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Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Frühgeburt



Definition/Häufigkeiten 
 Im Normalfall beträgt die Schwangerschaftsdauer 40 Wochen, doch nur 3 % der Kinder werden am Tag des berechneten Entbindungstermins geboren. Die meisten Kinder kommen im Zeitraum 3 Wochen vor bis 2 Wochen nach dem errechneten Entbindungstermin zur Welt. 7 % aller Kinder werden jedoch vor 37 Schwangerschaftswochen geboren und gelten damit als Frühgeborenes. Dabei ist es jedoch beruhigend zu wissen, dass Kinder, die nach der 35. Schwangerschaftswoche geboren werden und damit meist ein Gewicht von über 2500 g haben, nur sehr selten Probleme in Folge der Frühgeburt haben.

Ursachen von Frühgeburten
Die Ursachen von Frühgeburten sind sehr vielfältig. Etwa 1/3 aller Frühgeburten sind Folge vorzeitig einsetzender Wehen. 2/3 der Frühgeburten gehen ein vorzeitiger Blasensprung oder mütterliche Erkrankungen voraus, die eine vorzeitige Entbindung medizinisch erforderlich machen. Dabei ist die Entstehung von vorzeitigen Wehen oder eines vorzeitigen Blasensprungs nicht immer ursächlich klärbar. Man weiß jedoch, dass mehrheitlich bakterielle Infektionen der Scheide und des Gebärmutter-halses hierfür verantwortlich sind. Leider gibt es aber auch Frauen, bei denen es wiederholt zu Fehl- und Frühgeburten kommt, ohne dass jemals eine Ursache dafür gefunden werden kann. So ist z.B. die Entstehung einer Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz) noch weitestgehend ungeklärt.

Vermeidung von Frühgeburten
Da man weiß, dass Scheideninfektionen häufig für die Entstehung von vorzeitigen Wehen bzw. eines vorzeitigen Blasensprungs ursächlich sind, ist die frühzeitige Erkennung solcher Infektionen der derzeit wichtigste Ansatzpunkt einer Frühgeburtenvermeidung.
Die Frauenärztin, der Frauenarzt bzw. die Hebamme sollte bei jeder Konsultation auf eine Scheideninfektion achten. Da die Abstände dieser Untersuchungen jedoch relativ groß sind und eine Scheideninfektion möglichst sofort bei ihrer Entstehung erkannt werden sollte, ist eine zweimal wöchentliche Selbstuntersuchung durch die Schwangere sehr hilfreich.
Eine Störung des Bakterienmilieus der Scheide (sog. Bakterielle Vaginose) führt nämlich zu einer Verschiebung des Scheiden-Säure-Wertes (Scheiden pH). Diese Scheiden-pH-Wert-Verschiebung lässt sich leicht durch einen Messstreifen, der in die Scheide eingeführt wird, messen.
In der Apotheke sind solche Messstreifen frei verkäuflich (z.B. vaginaler pH-Messstreifen, pH 4,0 ? 7,0, Fa. Merck oder Careplan Scheiden-pH-Handschuhe). Ist der Scheiden-pH-Wert erhöht, so sollte die Schwangere die Frauenärztin/den Frauenarzt aufsuchen, um eine Infektion ausschließen zu lassen.
Wird eine Infektion festgestellt, so kann diese meist erfolgreich therapiert werden. In einer groß angelegten Studie im Bundesland Thüringen konnte so eine deutliche Reduktion von Frühgeburten erreicht werden.
Weitere Maßnahmen der Frühgeburtenvermeidung sind:
- kein Zigarettenkonsum
- kein Alkohol
- kein Drogenkonsum
- Vermeidung von chronischem Stress
- geregelter Tagesablauf, ausreichende Schlaf- und Erholungsphasen
- ausgeglichene Ernährung
- regelmäßige Wahrnehmung der Schwangerenvorsorgeuntersuchung

Therapie von Frühgeburten
Dem Arzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Therapie einer drohenden Frühgeburt zur Verfügung, durch die meist eine deutliche Verlängerung der Schwangerschaft möglich wird. Selbst bei einem vorzeitigen Blasensprung vor der 32. Schwangerschaftswoche ist durch eine konsequente Überwachung von Mutter und Kind meist eine Tragzeitverlängerung möglich. Oft ist bei einer drohenden Frühgeburt eine zumindest zeitweise stationäre Behandlung unvermeidbar. Die Anwendung von wehenhemmenden Mitteln stellt meist nur eine Symptombekämpfung dar.
Zunächst gilt es, wenn möglich, die Ursache der drohenden Frühgeburt festzustellen.
Therapeutische Maßnahmen sind u.a.:
- körperliche Schonung
- Infektionsdiagnostik/Infektionstherapie
- Wehenhemmung durch Medikamente
- Therapie von Erkrankung der Schwangeren, die die Frühgeburtlichkeit bedingen Frauen mit drohender oder nicht aufzuhaltender Frühgeburt müssen in einer hierfür spezialisierten Perinatalzentrum betreut werden.
In einem Perinatalzentrum sind Frauenärzte und Frühgeborenenmediziner auf die Therapie bei drohender Frühgeburt, die Entbindung von sehr kleinen Kindern und die Versorgung von Frühgeborenen Kindern spezialisiert. Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara ist ein solches Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe.

Gefahren der Frühgeburt / Das Frühgeborene
Insbesondere Kinder, die vor der 32. Schwangeschaftswoche geboren werden, sind durch die Unreife der Organe gefährdet. Durch intensivmedizinische Hilfe in Verbindung mit besonderen Betreuungs-konzepten (sog. "Sanfte Pflege") ist ein Überleben von Frühgeborenen ab etwa 23 Schwangerschaftswochen außerhalb der Gebärmutter möglich.
Insbesondere die Unreife der Lunge des Frühgeborenen stellt ein schwerwiegendes Problem dar, da eine Entfaltung der Lungenbläschen nicht oder nur sehr erschwert möglich ist.
Sehr kleine Frühgeborene müssen deshalb häufig mit Sauerstoff beatmet werden. Schwankende Sauerstoffwerte, wechselnde Blutdruckwerte, Stress, Infektionen und Organunreife können bei einigen sehr zu früh geborenen Kindern zu Blutungen in die Hirnkammern führen.
Durch die Hilfe von erfahrenen Frühgeborenenmedizinern und Frühgeborenenschwestern kann jedoch oft eine bleibende Schädigung des Kindes vermieden werden.

Mehr zum Frühgeborenen und zum Konzept der "Sanften Pflege" und zur Frühgeborenenstation finden Sie hier. 

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