Wo ein Kind geboren wird .
konnten sich viele neugierige kleine Augen im Rahmen eines Schulprojekttages am 26.03.09 in unserer Abteilung für Geburtshilfe ansehen.
Die Mädchen und Jungen der dritten Klassen der Grundschule Halle-Kröllwitz hatten einen Tag lang Gelegenheit, altersgerechte Informationen über die Entstehung menschlichen Lebens, den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt zu bekommen.
Mit für uns außerhalb des Kreißsaales eher ungewohntem Lautstärkepegel wurde der Elisabethsaal zum Klassenzimmer umgewandelt. Aufgrund des doch relativ jungen Auditoriums begann OA G. Seliger zunächst voller Elan über den Klapperstorch, Bienen und Blümchen zu erzählen, was allerdings zu großem Gelächter führte. Schnell musste er erkennen, dass die Schüler bereits in der dritten Klasse über zahlreiche Kenntnisse verfügen und einzelne sogar mit fundiertem "Fachwissen" über die Entstehung von unseren kleinsten Mitbürgern zu brillieren wussten. Zum Glück hatte er doch noch viele neue Informationen über den Schwangerschaftsverlauf und das Wachstum des Babys im Bauch parat. Um nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, mussten die Kinder nicht nur zuhören, sondern konnten an verschieden großen Puppen ganz praxisnah selber messen, wie klein die ungeborenen Babys in den unterschiedlichen Schwangerschaftsmonaten wirklich sind. Am Ende des Vortrages wurde es dann richtig "cool", als ein kurzer Videoclip von einem zur Musik tanzendem Baby im Bauch die Schüler zu spontanem Mittanzen verleitete.
Nach einer kurzen Pause teilten sich die Kinder in drei Gruppen auf, um den Alltag in unserer Klinik live mitzuerleben. Abwechselnd wurden auf der Wochenstation unter Anleitung von Stationsleitung Sr. Heike das Baden und Wickeln der Neugeborenen demonstriert und geübt, im Kreißsaal die kindlichen Herztöne bei einer Schwangeren belauscht und im Ultraschall zeigte CA S. Seeger, was man durch den Bauch der Schwangeren mittels der 3D-Ultraschalltechnik vom Baby bereits alles sichtbar machen kann.
Nach Theorie und Praxis versuchten sich CA S. Seeger, OA G. Seliger und ich als Quizmaster, indem das im Laufe des Tages erworbene Wissen in einem kleinen Test abgefragt wurde. Das Quiz wurde zu unserer Überraschung von der Mehrzahl der Schüler jedoch als zu leicht empfunden, was uns aber zeigt, dass wir nicht nur als Ärzte sondern offenbar auch alsLehrer gute Qualitäten aufzuweisen hätten. Zum Abschluss erhielten alle Schüler für die erfolgreiche Teilnahme am Projekttag "Wo ein Kind geboren wird
" eine persönliche Urkunde.
Am Ende hatten zahlreiche Kinder nur noch einen Wunsch: ein Geschwisterkind! Vielleicht sollte man zu den nächsten Projekttagen Mama und Papa mit einladen?
Anja Radusch
Mehr zum Projektag: Zeitschrift Ärztliche Praxis Gynäkolkogie 6/2009